Sukkulentenmarkt – im Grugapark in Essen

Am Wochenende war es wieder soweit: der jährliche Kakteen- und Sukkulentenmarkt hat in Essen, im wunderschönen Grugapark stattgefunden.
Letztes Jahr habe ich zum ersten mal davon gehört und bin alleine hingegangen, da sich leider keine verrückte Pflanzenliebhaber-Begleitung gefunden hat.

Ausblick - Grugapark Sukkulentenmarkt
Blick auf einen Teil des Marktes mit einigen Ständen im Hintergrund. Das Wetter war prima.

Kakteen- und Sukkulentenmarkt – Rückblick

Der Markt findet wie gesagt jährlich im Grugapark statt, eine wunderschöne Anlage. Im April war dort außerdem ein Pflanzen-Raritäten-Markt, auf dem ich auch war. Viele der Händler vom Wochenende waren damals auch da, ich kenne die meisten Stände also eigentlich schon. Zu dieser Jahreszeit ist es dort wunderschön, die Anlage ist sehr gepflegt und die Gärtner geben sich scheinbar sehr viel Mühe. Es fühlt sich an wie in einem Themenpark mit verschiedenen botanischen Arealen.

Letztes Jahr war der Markt auch schon wunderbar. Es war die erste Veranstaltung dieser Art für mich. Ich war total aufgeregt, schließlich hatte ich das Hobby im Stillen für mich entdeckt und vorher nie wirklich mit anderen Leuten zu tun, die diese Leidenschaft teilen. Wie der Briefmarken-Typ beim Szenetreff, lol.
Jedenfalls war es fantastisch… nette, entspannte Leute, die einen nicht komisch angeguckt haben wenn man gefühlte Minuten über einer einzigen Pflanze kauerte und sich so seine Gedanken machte.

Ich bin auch in einem Kakteenforum aktiv, von wo ich auch jemanden auf dem Markt getroffen habe. Lustig, sympathisch… Pflanzencracks unter sich.

Das Angebot an Sukkulenten

Es gibt immer die verschiedensten Händler vor Ort, ich würde es mal grob so kategorisieren:

  • Holländische Großhändler
  • „Normale“ holländische Händler
  • Kakteen-Spezialisten
  • Sukkulenten-Spezialisten
  • Caudex-Spezialisten
  • Kakteenzüchter
  • Gemischt

Jeder dieser Typen hat seine Eigenarten. Beim holländischen Großhändler gibt es ein nettes Angebot, durchaus speziellere Kakteen und Sukkulenten, die man nicht im Baumarkt bekommt. Das größte Markenzeichen sind jedoch die unverschämt günstigen Preise. Richtig gut gewachsene Exemplare für 3-5 Euro. Ja, wirklich!

Einer der holländischen Händler hat auch immer tolle Stecklinge dabei für 1€ pro Stück. Ich habe letztes Jahr ein paar Echeveria-Stecklinge gekauft und die sind in kürzester Zeit zu richtig kräftigen Pflanzen herangewachsen.
Hier könnt ihr durch ein paar Impressionen klicken (mittig rechts im Bild könnt ihr weiter klicken)

Auf dem Sukkulentenmarkt haben die jeweiligen Spezialisten ihre… Spezialgebiete. Es gibt schöne, alte Kakteen, die natürlich ihren Wert haben. Wer also nur auf Schnäppchen-Jagd ist könnte da falsch sein.
Generell muss man bei vielen Sukkulenten bedenken, dass sie relativ langsam wachsen. Dies ist besonders der Fall, wenn sie artgerecht aufgezogen werden (d.h. ohne viel Torf, Dünger und UV-Lichter).

Ich bin z.B. immer sehr lange bei einem Händler, der richtig ausgefallene und seltene Euphorbien hat. Da stehe ich mal eben 20 Minuten und merke gar nicht wie schnell die Zeit vergeht.
Toll finde ich auch, dass viele professionelle Kakteenzüchter mit ihren Ständen vor Ort sind. Auch die Deutsche Kakteen-Gesellschaft ist dort immer mit einem Stand vertreten.

Preisgestaltung

Natürlich haben die Pflanzen ihren Preis. Ich war dieses mal mit einer guten Freundin auf dem Sukkulentenmarkt und sie hat sich natürlich gewundert wieso so kleine Pflanzen mal eben 15 Euro kosten sollen. Wenn man weiß wie selten manche dieser Pflanzen sind und mit welchem Aufwand sie hochgezogen wurden, dann kann man den Preis schon eher anerkennen.

Andererseits, wie oben genannt, gibt es Pflanzen mit unglaublich niedrigen Preisen. Spottbillig sogar.
Wie geht das, dass manche so teuer sind und andere so günstig? Es sind die Aufzuchtbedingungen. Ohne wertend klingen zu wollen muss man sich natürlich klar machen, dass bei den Großhändlern sogar Sukkulenten wie am Fließband produziert werden. Das lässt sich immer ganz einfach feststellen, wenn man sich die Erde ansieht. Wenn es normale, torfreiche Blumenerde ist, dann wachsen die Sukkulenten natürlich deutlich schneller. Nicht natürlich, muss man dazu auch sagen.

Besonders die o.g. Spezialisten ziehen ihre Sukkulenten meistens artgerecht hoch. Das heißt man guckt sich den Herkunftsort der jeweiligen Art an und versucht ein Substrat zu benutzen, das dem natürlichen Boden aus dem Herkunftsland ähnelt. Das heißt meistens trocken, mineralisch, viel Kies, Lava oder sandig. Wenig Torf! Deswegen wachsen die Pflanzen auch langsamer, aber auf natürliche Art und Weise.

Aber: Deals wie „8 für 10€“ oder „3 für 5€“ (statt 2/Stk) sind natürlich nett. Da lasse ich meine Grundsätze auch mal zurück und kaufe einfach. Da wurde natürlich auch meine Freundin schneller fündig. Sehr gutes Marketing.

Die Ausbeute

Ich bin natürlich, wie sollte es anders sein, fündig geworden. Wäre ich reich und hätte einen riesigen Wintergarten zur Verfügung, dann würde ich per LKW vorfahren und sehr viel Geld da lassen 🙂
Vielleicht ist es ganz gut, dass meine Fensterbänke eigentlich schon prall gefüllt sind und ich mir eigentlich nichts mehr kaufen sollte

Die Beute vom Sukkulentenmarkt:

  • Aloe ???
  • Agave schidigera
  • Pachypodium lamerei
  • Monadenium guentheri
  • Euphorbia decaryi
  • Euphorbia antafikiensis x didiereoides
  • 2 Echeveria-Stecklinge

Leider haben die Pflanzen der etwas größeren Händler meistens keine Namensschilder dabei. Das heißt: nach dem Kauf beginnt die Arbeit.
Ich mache das immer sehr penibel und versuche sofort alle Pflanzen zu identifizieren, mit Namensschild zu versehen und in mein Sukkulenten-Artenverzeichnis einzutragen.

Bei der Aloe hatte ich meine Schwierigkeiten. Wenn man nach Aloen googelt, so findet man meistens nur Bilder zu Aloe Vera oder irgendwelchen Pflegeprodukten. Ich bin auch kein Experte beim Thema Aloen, von daher muss ich mich da leider oftmals geschlagen geben.
Alle anderen Sukkulenten, die kein Namensschild dabei hatten, konnte ich problemlos identifizieren.

Am meisten habe ich mich über die Euphorbien gefreut. Ich hatte echt die Qual der Wahl bei der tollen Auswahl.
Es gibt eine tolle Instagrammerin aus Indonesien (?), sie nennt sich Cactoponi. Kann ich nur empfehlen. Seitdem ich sie damals abonniert habe bin ich totaler Euphorbien-Fan geworden. Faszinierend finde ich besonders den Blattschmuck mancher Arten.

Umtopf-Action

Wie sagt man: Nach der Prüfung ist vor der Prüfung. Genauso sieht es auch beim Kauf von Pflanzen aus.
Ich versuche meine Sammlung optisch einheitlich zu gestalten, deswegen benutze ich nur schwarze Pflanztöpfe. Wie ihr euch vorstellen könnt bekommt man bei den meisten Händlern nur die Standardtöpfe in Terrakotta (?) dazu.

Ich habe also alle gekauften Sukkulenten ausgetopft und mir bei der Gelegenheit auch direkt die Wurzeln angesehen. Wie vermutet waren ein Teil der Pflanzen auch in normaler Blumenerde, es hat wirklich nach Torf gerochen. Tsss tsss tsss.
Also: alle Pflanzen von der alten Erde befreit und die gute Erde wiederverwertet. Dann in den neuen Topf mit neuer Erde und zum Schluss mit einer schönen Abdeckschicht versehen. Das sieht dann so aus:

Hier meine neu gekauften Sukkulenten, nachdem ich sie umgetopft habe.
Nach dem Umtopfen

Et voila!

Wie ihr hoffentlich gemerkt habt hat es mir wieder sehr gut gefallen. Ich kann jedem der in NRW wohnt dieses Event nur empfehlen. Die Leute sind alle nett und entspannt, der Park ist gut erreichbar und preislich ist auch für jeden etwas dabei. Vielleicht sehe ich den einen oder anderen von euch ja auch mal dort 🙂

Gruß
Rafael aka @sukku_sucht

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